Mitte September ging es für uns nochmal mit dem Bulli los. Wir wollen ehrlich sein, die Motivation war nicht sonderlich hoch, denn das Wetter hatte sich deutlich abgekühlt, vor allem die Nächte sind schon teilweise nur noch einstellig in der Gradzahl und der langersehnte Regen hatte endlich eingesetzt. Also von uns aus hätte er jetzt auch noch ein paar Tage warten können. Aber nun ist es so und dadurch, dass wir ein absolutes Highlight am Ende unserer Reise erwarten, bereiten wir natürlich alles vor und fahren am Sonntag erstmal nach Braunschweig, denn Marie hat Geburtstag und wir werden gemeinsam frühstücken. Nach einem entspannten Spaziergang im Prinzenpark machen wir uns auf den Weg.
Da uns klar ist, dass wir heute den Weg bis an die Mosel nicht mehr fahren werden, haben wir eine Zwischenübernachtung bei Fritzlar im Blick. Wir steuern bei Dauerregen den Campingplatz Ederblick an. Schon der Einfahrtsbereich war so unscheinbar, dass wir erstmal vorbei gerauscht sind. Ok, es hat wirklich in Strömen geregnet als wir ankamen und das macht natürlich auch was mit der Laune aber der Platz war schon wirklich ziemlich uneinladend. Das ältere Ehepaar, welches den CP betreibt kam auch eher genervt und unfreundlich aus ihrem kleinen Häuschen und gaben uns – nachdem es von oben endlich trocken wurde – eine Einweisung in das Waschhaus aus den 50 iger Jahren. Junge, Junge, die Anweisungen waren so angsteinflössend, dass wir Sorge hatten, wir würden weltweit die komplette KI lahmlegen, wenn wir den Duschregler mit einer Duschmarke füttern würden. Die Toiletten hatten einen Retrocharme, auf den wir auch gerne verzichtet hätten. So sank die Laune auf einen Tiefpunkt.





Heute früh ließ sich dann doch bald die Sonne blicken und wie formulierte Markus heute früh eine völlig unerwartete neue Lebensweisheit? „Kaum ist die Sonne da, ist das Wetter schön.“ Wir haben herzhaft gelacht.
Nach einem schnellen Frühstück machten wir uns auf in die Altstadt von Fritzlar. Ein wirklich süßes hessisches Städtchen mit viel mittelalterlichem Charme. Ein großer Eisbecher musste natürlich auch wieder sein. Vielleicht war es der letztes dieses Jahres, wer weiß das schon?









Wir haben ein paar schöne Stunden in Fritzlar verbracht, bevor wir uns auf den Weg nach Bernkastel-Kues machten. Die Serpentinen runter an die Mosel führten bei Lotti scheinbar zu Unwohlsein, jedenfalls war sie ordentlich am Jaulen. Es nützt ja nichts, nächstes Jahr wird sie mit uns über die Alpen fahren müssen, da müssen wir schon mal ein bisschen üben.

Von Anfang an ein tolles Erlebnis. Sehr nette Leute am Empfang, tolle Stellplätze mit herrlichem Blick auf die Weinberge. Richtig tolle Waschräume und wir konnten uns zum Platz eine Pizza liefern lassen, die auch noch großartig schmeckte und in ressourcenschonenden Pizzapfandboxen geliefert wurden. Das hat uns gleich voll abgeholt und nach einer kleinen Hunderunde warteten wir auf unserem Stellplatz auf unsere Pizza.





Der 2. Tag in Wehlen begann so:

Keine Weinberge, keine Mosel zu sehen. Ich drehte erstmal eine kleine Hunderunde an der Mosel, damit Markus Zeit für ein wichtiges Telefonat hatte.


Innerhalb kürzester Zeit schaffte es dann aber die Sonne doch, sich durch den Nebel zu fressen und Lotti legte sich erstmal entspannt auf einen privaten Steg und genoß die Ruhe am Fluss.

Heute wollten wir uns den Ort Bernkastel-Kues anschauen. Da wir es leider vor unserem Urlaub weder geschafft haben unseren Pudel in Ruhe an einen Fahrradkorb, noch an den tollen neuen Croozer zu gewöhnen, hatten wir unsere Räder leider zu Hause gelassen. Schade, denn die Radwege hier sind einfach ein Traum aber wir wollten Lotti nicht komplett überfordern. Wir werden also den Herbst und Winter dafür nutzen, sie an den Fahrradanhänger zu gewöhnen, damit wir dann im nächsten Jahr richtig durchstarten können. Noch gruselt es sie komplett darin.
Also nahmen wir heute wieder die Öffis. Das kennt sie ja nun schon richtig gut und hüpfte souverän in den Linienbus.


Der Ort Bernkastel-Kues machte gestern bei der Durchfahrt schon einen sehr touristischen Eindruck. Dieser blieb auch heute bestehen. Ach du meine Güte, was hier los ist. Nicht nur Lotti war komplett gestresst, wir waren es ebenfalls. Tausende von Menschen, Hunderte von Hunden, enge Gassen, viele Geräusche und erstmal kein Platz in der Weinstube. Eieiei……das war mal so gar nicht unsers.
Wir schafften es dennoch, den Ort ein bisschen mit Touri-Augen zu genießen und trafen tatsächlich noch ein Ehepaar aus Bad Fallingbostel. Die Welt ist ein Dorf!




Am bekannten Weingut Joh. Jos. Prüm hatte ich gestern schon für eine Weinprobe angefragt, sie gestaltete sich allerdings schwierig mit Hund und somit sagten wir dankend wieder ab. Man bekommt ja letztendlich an jeder Ecke Wein in dieser Region und wenn man Glück hat, kann man dabei sogar sitzen.





Der Ort ist wirklich sehr schön mit seinen Fachwerkhäusern und vielen schönen Weinstuben aber er war uns einfach viel zu überlaufen. Wir werden morgen – je nach Wetterlage – ein ruhigeres Programm wählen. Heute hatten wir wirklich großartige Temperaturen, um die 26 Grad. Herrlich!