Heute wird wohl der heißeste Tag werden. Wir haben zum Glück nicht 37 Grad, wie im Norden aber uns reicht es auch schon.
Gestern Abend haben wir festgelegt, wir wagen die Bootsfahrt über den Königssee mit Wanderung zum Obersee. Unser Fokus lag dabei mehr auf dem Hindernis, dass Lotti einen Maulkorb tragen muss, als bei den Temperaturen. Wir wollten es sooooo gerne machen, denn ich war mit Marie schon vor 6 Jahren einmal auf einem dieser Boote und es hat mich nachhaltig beeindruckt.
Also erstmal eine kurze Morgengassirunde an der Königsseer Ache gedreht….

Nach einem schnellen Frühstück ging es dann auch direkt runter zu den Booten.
Wir haben Glück, es ist noch nicht viel los und so ist auch unser Boot noch nicht total überfüllt. Wir haben daher die Hoffnung, dass wir Lotti den Maulkorb ganz schnell wieder abnehmen dürfen. Sie hat ihn erstmal erstaunlich tapfer ertragen.


Ich fragte bei den Fahrgästen in unmittelbarer Nähe nach, ob sie damit ein Problem hätten, wenn wir Lotti den Maulkorb abmachen würden, sie wäre noch ein ganz junger Hund und denkt noch nicht ans Beißen. Das war überhaupt kein Problem und so befreiten wir sie ganz schnell wieder von diesem fürchterlichen Teil, welches es das einzige Modell war, was überhaupt annähernd passte. Bei diesen Temperaturen aber nicht genügend Raum zum Hecheln lässt. Wir werden uns nun ganz schnell zu Hause um einen perfekt sitzenden Maulkorb kümmern. Man braucht ihn ja doch immer mal.
Während der Überfahrt zur Wallfahrtskirche wird traditionell das 7 fache Echo zwischen den Felswänden des Königssees mit einer Trompete zelebriert. Ich hatte dieses bereits zwei Mal erlebt und wusste, dass es dabei ganz still sein muss, damit man das Echo wahrnimmt. Schon in Vorbereitung auf die Bootstour hatte ich Puls, weil ich ahnte, dass Lotti die Trompetenklänge lauthals kommentieren würde. Die Klassenkeile der anderen Fahrgäste wollte ich uns ersparen und packte daher ein Leckerli der besonderen Art in eine Plastikdose. KÄSE! Die Trompeterin brachte sich in Position….ich auch. Erster Trompetenton, Lotti spitzt die flauschigen Ohren und geht in Grundstellung, erster Käsehappen rein in den Hund. Bingo!!! Sie ist einfach käuflich ;-). Der Käse reichte bis zur letzten Note. Ich hab von dem Echo zwar nicht viel mitbekommen aber ich kannte es ja auch schon. Man muss halt Opfer bringen ;-).

Wir wollten eigentlich auf dem Rückweg an der Wallfahrtskirche St. Bartholomä aussteigen aber leider musste unser Boot direkt wieder umdrehen und fuhr gar nicht weiter bis Salet. Wir mussten also jetzt auf dem Hinweg dort aussteigen.
Nun waren wir schon zu einer Uhrzeit hier, die ein Mittagessen ausschloß. Naja, aber son schicker Kaiserschmarrn oder ein Germknödel geht ja auch morgens um 10 Uhr schon, oder?








Weiter gehts mit dem Boot vorbei am Schrainbach-Wasserfall, der derzeit verständlicherweise wenig Wasser transportiert. Auch auf der nächsten Etappe fanden sich zwei verständnisvolle Asiaten, die meinten „Oh that cute little puppy doesn’t need to wear a muzzle“ Puuuh, Glück gehabt. Lotti war also wieder befreit.

Am Obersee angekommen merkten wir schon wieder die beißenden Temperaturen. Anfangs läuft man noch durch die sengende Sonne, später dann zum Glück im Schatten. Lotti hatte immer wieder die Möglichkeit, sich im See abzukühlen. Die Wanderung ist traumhaft schön. Es gab allerdings eine recht schwierige Treppe, die hohe Stufen und unebene Stellen hatte. Das Geröll, welches mal ein Gletscher nach Beendigung der Eiszeit hinterlassen hatte, war für den Hund nicht gut zu laufen und furchtbar anstrengend. Markus trug Lotti diese Passagen, damit sie morgen auch noch überhaupt aus ihrer Schlafbox rauskommt. Zum Glück haben wir uns nicht für einen Berner Sennenhund entschieden ;-).


Ab jetzt lassen wir einfach die Bilder sprechen. Es war anstrengend bei diesen Temperaturen aber es war einfach wundervoll. Was haben wir nur für einen schönen Planeten?!





Karibische Farben


Mit Lotti gehe ich einmal zur Abkühlung ins Wasser und wir hoffen, dass sie unsere Pause etwas zum Ausruhen nutzt. Das ist natürlich schon wieder eine große Herausforderung, bei den vielen Menschen hier.



Nach einer knappen Stunde Fußmarsch erreichen wir wieder das Boot. Lotti ist fix und fertig und hat auch hier wieder das Glück auf Hundeliebhaber zu treffen. Der Maulkorb kann nach wenigen Minuten wieder ab. Sie hat das so so toll gemacht. Wir sind ganz stolz auf unseren Hund. Es ist ein großes Abenteuer für sie und für uns und das Campen mit ihr klappt nicht nur super, sondern macht auch sehr viel Freude. Wir haben allerdings schon noch einige Dinge, die wir zukünftig anpassen müssen, denn im Bulli mit Hund ist es doch ganz schön eng ;-).

Wenn wir am Abend nicht rechtzeitig das Bett vom Dach runterklappen, gehen wir zur Schlafenszeit in eine Fangopackung. Heute müssen wir in jedem Fall daran denken.
Hier ist jetzt auf alle Fälle nur noch Relaxen, duschen und Wasser trinken angesagt. Lotti hatte schon ihre allabendliche Erfrischungsrunde im angrenzenden Bach. Sie schläft bereits seit 18 Uhr und wird wohl bis Morgen früh durchschlafen. Das war wieder ein wunderschöner Tag.