Tag 5 Eibsee und Zugspitze

Tag 5 Eibsee und Zugspitze

Der Planet brennt weiterhin. Gut, dass wir Lotti Italien nicht zugemutet haben. Junge, Junge…das hätte keinen Unterschied gemacht.

Wir drehen erstmal gleich am Morgen eine Runde mit ihr zur Loisach, damit sie sich ein bisschen abkühlen kann. Der Campingplatz erlaubt keine Gassigänge auf dem Gelände, was komplett sinnbefreit ist, denn man kommt hier nicht so schnell mit dem Hund in ein Gebiet, wo er sich in Ruhe lösen könnte. Also ignorieren wir das Verbot, wir haben schließlich einen Junghund an Bord. Der Zugang zur Loisach gehört auch zum Campingplatz, es stehen sogar am Ufer überall Zelte aber wir sind ja ganz leise ;-).

Nach dem Frühstück erwische ich Markus, wie er schon wieder seiner heimlichen Leidenschaft dem Hundefrisieren nachgeht. Lotti sieht auf alle Fälle gepflegter aus, als wir ;-).

Wir brechen dann bald auf, um den Bus zum Eibsee zu erwischen. Die arme Lotti wird schon wieder mit was Neuem konfrontiert. Sie muss hier täglich so viel lernen. Wir wissen, dass wir ihr ordentlich was zumuten aber sie macht das großartig.

Mit unserer Grainau-Gästekarte kommen wir kostenlos in 20 minütiger unklimatisierten Busfahrt zum Eibsee. Alle Fahrgäste sind bei der Ankunft bereits gegrillt. Zwei Asiatinnen, die unterwegs zustiegen, wurden fast von den Fahrgästen im Bus gekillt, weil sie einfach so einsteigen wollten und meinten, das koste alles nichts. Der Busfahrer bestand aber auf das Lösen eines Tickets und nun fing die eine an in einer winzigkleinen Plastiktüte (!!) ihr Kleingeld zusammenzukratzen. Das dauerte und dauerte und alle hofften, die Fahrt würde gleich weitergehen. Dann meinte der Busfahrer, sie hätte ihm eine falsche Währung gegeben. Dann nahm sie eine Münze zurück und holte erneut die Plastiktüte wieder raus, die sie natürlich schon wieder verstaut hatte und kramte nach den letzten 50 Cents. Das waren unsere längsten 5 Minuten, die wir je erlebt haben. Am liebsten hätte ich ihr das Geld geschenkt, damit endlich die Bustür zugeht und wir weiter fahren können.

Am Eibsee angekommen, waren wir dann aber sehr schnell für die Busstrapaze entschädigt. Es ist einfach traumhaft schön hier. Der See glänzt in einem unfassbaren Türkisblau und dazu der bayrische Himmel, natürlich blau-weiß.

Lotti staunt über die ganzen Menschen

Wir sind an der Seilbahn zur Zugspitze ausgestiegen und haben somit nicht die schöne Sicht auf den Berg. Daher laufen wir einmal entgegen des Uhrzeigersinns um den See herum, bis zur Brücke.

Von hier hat man einen besseren Blick auf die Zugspitze UND den See
Die Farben sind einfach ein Träumchen

Ich selber war bereits vor 6 Jahren einmal mit Marie auf der Zugspitze, daher fährt Markus alleine für 78€ (!!) mit der Seilbahn in die Höhe. Für Lotti wäre das zusätzlicher Stress gewesen, der nun wirklich nicht sein musste. Wir beide machen eine kleine Wanderung am See entlang und halten uns viel im Schatten oder zur Erfrischung am Wasser auf. Eine wirklich schöne Wanderung aber einmal rum hätten wir nicht geschafft. Dazu war es einfach zu warm und Lotti hatte damit doll zu kämpfen.

Der Steingringpriel

Da ich noch nie in dieser Region und somit auch nicht auf der Zugspitze war, nutze ich die Gelegenheit sehr gerne. Ich wäre zwar lieber mit den Beiden nach oben gefahren, aber das wäre nichts für Lotti gewesen. Ich bin also los und habe von Weitem schon die Gondel gesehen, die nach unten fuhr. Sie hat ein stattliches Tempo drauf, so dass ich mich beeilen musste. Alles just in time! Karte für schlappe 78€ gekauft und ab in die Gondel.

Die Gondeln sind echt groß und geräumig und die Fahrt nach oben ging super schnell. Die Sicht auf das Tal, naja waren ja auch schon 1000 Höhenmeter, war sehr schön.

nur wenige Sekunden nach dem Start
Ein Blick durch den Boden der Gondel

Oben angekommen merkt man schon deutlich den Temperaturunterschied. Unten waren es irgendwas um 33 Grad und oben waren es 10 Grad. Leider waren auch viele Wolken unterwegs, so dass die Sicht nicht so deutlich war wie erhofft. Was ich aber sofort gemerkt habe, war die „dünne“ Luft. Ich musste intensiver atmen, damit ich genug Sauerstoff bekommen konnte. Hat mich voll irritiert, denn mit 30 habe ich noch auf einem 3500er Gletscher meine Ski-Runden gedreht. Naja, vermutlich ein Zeichen des Alters und der aktuell schlechten Fitness. Es lagen überall noch Eisfelder mit ordentlicher Dicke. Ein kurzer Abstieg von der Station auf den Berg machte das Erlebnis nochmal „realer“.

dicht unter den Wolken

Danach gab es erstmal eine Stärkung mit einem Apfelstrudel mit Vanillesoße und einen Pott Kaffee… lecker.

Wolken und Sonne lösten einander ab und so war es manchmal kaum möglich die Gebäude zu sehen und einen kurzen Moment später war der Spuk vorbei. Wie schnell hier die Wolken durchziehen. Einen Blick auf den schwindenden Gletscher zeigte deutlich die Erderwärmung.

Nach ungefähr zwei Stunden bin ich wieder nach unten gefahren. Es war sehr schön dort oben und ich hätte es gerne mit Anne geteilt. Als ich wieder unten war haben wir uns erstmal den leeren Bauch voll gemacht.

Zünftiges Essen, nachdem Markus von der Zugspitze zurück war
Ein übervoller Bus auf dem Rückweg wurde für Lotti noch zu einer weiteren Herausforderung aber auch die meisterte sie.

Wir drei haben uns jetzt einen ruhigen Abend verdient. Im Bulli sind immer noch über 30 Grad. Es ist kaum auszuhalten. Der Ventilator läuft auf Hochtouren, ist aber nur für den Pudel reserviert ;-).

Am Abend sehen wir dann plötzlich Feuer in der Bergwand und auf den Bergkämmen des Wettersteins und umliegender Berge.

Wir scheinen das spektakuläre Sonnenwendfeuer zu erleben, welches zum UNESCO-Kulturerbe ernannt wurde.

Gute Nacht